paleograph - MeisterSinger
2014

Paleograph – Zeit nach Wahl

19. März 2014

MeisterSinger lässt mit seinem Ein-Drücker-Schaltradchronographen eine mechanische Spezialität in Serie gehen.

Ein Chronograph von MeisterSinger? Das klingt nach einem Widerspruch in sich; sind doch die Kunden des Münsteraner Uhrenherstellers alles andere als von Ereignis zu Ereignis hetzende Opfer viel  zu enger Terminpläne. Sie wollen ihre Zeit nicht sparen, sondern gestalten.
Allein: Auch wer sich von Sekunden nicht scheuchen lässt, kann sie dann und wann mal messen wollen. Schließlich dienten schon die ersten Chronographen im 19. Jahrhundert nicht der Naturwissenschaft oder gar der Arbeitsablaufoptimierung, sondern dem Pläsier – in der Sportzeitmessung nämlich, bei Pferderennen. Die wertvollen Uhren steckten natürlich nicht in den Taschen der Jockeys, sondern in den Westen der vornehmen Bürger, für die der Besuch der Rennbahn zu den schönsten wöchentlichen Ritualen gehörte. Gerade deshalb muss ein klassischer Chronograph, ob in der Tasche oder am Handgelenk getragen, nicht bunt und dynamisch daherkommen wie ein Trainingsanzug, sondern passt eher zur zivilen Aufmachung des interessierten Beobachters und Kenners.

Der Paleograph von MeisterSinger führt die Rückbesinnung auf diese historischen Instrumente schon im Namen. Und er trägt ihre typischen Merkmale, die heute selten geworden sind:
Den Stoppvorgang steuert ein Schaltrad und nicht, wie es in der Zeit der Massenherstellung üblich wurde, eine Kulissenschaltung. Und wie den frühen Kurzzeitmessern genügt dem Paleographen zur Steuerung der drei Schritte Start-Stopp-Nullstellung ein einziger, in die Krone integrierter Drücker. Das macht nicht nur die Bedienung sehr komfortabel. Nebenbei sorgt dieser Aufbau auch dafür, dass, was aus der Manschette hervorlugt, nicht gleich nach „Sportuhr“ aussieht.

Als Basis dieser Uhr dient das ebenfalls historische, weil einstmals für Taschenuhren entwickelte Unitas-Handaufzugwerk 6497-1, für das MeisterSinger ein besonderes Chronographenmodul entwickelte. Dabei griffen die Konstrukteure auf eine Kadratur des Chronograpenverteranen Jean Fillon zurück. Ihre handwerkliche Expertise und ihre Kreativität zeigt sich in der horizontalen Räderkupplung und in der unüblichen Montage der Modulplatte auf der Unterseite des Werks, wo die Funktion durch den Saphirglasboden beobachtet werden kann. Feine Strichschliffe und die gebläuten Schrauben betonen den traditionellen, technischen Charakter der Konstruktion.

Eingeschalt ist sie in ein Edelstahlgehäuse von 43 Millimetern Durchmesser, dessen Flanken mattiert und Oberseiten poliert sind.

Auch die Geometrie des Zifferblatts, mit dem Minuten-Totalisator bei 3 Uhr und der kleinen Sekunde bei 9 Uhr, folgt historischen Vorbildern. Am äußeren Rand des Blatts verlaufen zwei Skalen. Auf der äußeren lassen sich die gestoppten Sekunden ablesen. Auf der inneren gibt der typische MeisterSinger-Stundenzeiger die Uhrzeit an, auf fünf Minuten genau: weil dem Träger Sekunden zumeist egal sind. Bis auf die Gelegenheiten, bei denen er sie messen möchte.

Erhältlich ist der Paleograph ab April, wahlweise mit elfenbeinfarbenem oder blauem Zifferblatt im Sonnenschliff und ausgestattet mit einem Alligatorlederband inklusive Faltschließe.

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